Tango-Messe in St.Maria Himmelfahrt Köln

Relevanzkrise? Kirche voll!

Ist schon wieder Weihnachten? Oder Papstbesuch? Warum ist dieses Kirchengebäude so voll? Geschehen in St. Mariä Himmelfahrt zu Köln.

Die Menschen sind gekommen, um die Misa a Buenos Aires von Martin Palmeri zu hören, eine Messe im Rhythmus des Tango für Bandoneon, Klavier, Streicher und Stimmen. Auf lateinisch gesungen.

Die Texte, altbekannt und zur Sicherheit nochmal in deutscher Übersetzung an alle Besucher verteilt, hat – soweit ich das sehen konnte – niemanden veranlasst, wieder zu gehen. Stattdessen: Gebanntes Zuhören vom Kyrie bis zum Agnus Dei.

Mich hat die Tango-typische Dramatik des gesungenen Glaubensbekenntnisses innerlich bewegt. Da ging es um was. Da konnte ich spüren, dass der Text alles umfasst, was das Leben ausmacht.

Noch am Morgen im Gemeindegottesdienst hatten wir es wie eine Litanei heruntergeleiert. Ohne jeden Ausdruck.

Wären die Besucher der Tango-Messe gegangen, wenn jemand ein gemeinsames Gebet angestimmt hätte? Oder wären sie erst gar nicht gekommen, wenn es nicht ein Konzert, sondern tatsächlich ein Messe gewesen wäre?

Mir scheint, Religion und Glauben sind so relevant wie immer. Von der Relevanzkrise betroffen ist lediglich die Kirche, und zwar in ihrer heutigen Verfassung.

 

 

 

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