Dürfen Pfarrer streiken?

Ein mit Kirchenthemen befasster Journalist brachte es kürzlich im Gespräch so auf den Punkt: Quer durch alle Gemeinden gibt es die, die sich als der heilige Rest verstehen, sich zurückziehen, zusammenrücken, um Bibel und Tradition zu bewahren, und die anderen, die die gegenteilige Richtung nehmen, nach außen, raus aus der Tradition, hin zu Menschen, das Evangelium im Gepäck.

Passt die Beschreibung? Wie erleben Sie das in Ihrer Gemeinde?

Ich nenne ein Beispiel, von dem mir vor einiger Zeit aus einer Gemeinde berichtet wurde: Nach der Presbyteriumswahl stellten einige der Presbyter, die schon immer auf Erneuerung gedrängt hatten, fest, dass sie jetzt die Stimmenmehrheit hätten. Und dass sie damit nicht weiter lamentieren könnten, man liesse sie ja nicht. Eine Sache der Ehre. Also organisierten sie selber einen Gottesdienst in einer ganz anderen, für die Gemeinde neuen Form. Und die Pfarrer? Sie blieben auf Distanz, meckerten im Hintergrund an der neuem Form rum, und machten nicht mit.

Besagter Journalist, selber Christ, fuhr fort, das wichtige sei, die beiden Gruppen, die Bewahrer und die Reformer, im Gespräch zu halten. Weil sie beide zu Gemeinde gehören.

Ist das eine Aufgabe des Pfarrers? Oder sollte/darf/muss er selber auf einer der Seiten stehen?

Anders ausgedrückt: Dürfen Pfarrer streiken?

 

 

 

Bild: Gion Pfander/Reformierte Medien

One thought on “Dürfen Pfarrer streiken?

  1. Die Verantwortung für den Gottesdienst und für die Verkündigung (Inhalt wie Form) liegt ja beim Presbyterium. Nun ist es sicher gut, wenn die Verantwortlichen in einer Gemeinde einen Konsens über die Arbeit finden. Dies zu ermöglichen, das ist die große Herausforderung, auch für Pfarrer (die ja oft dem Presbyterium vorsitzen). Aber der Gottesdienst ist m. E. der schlechteste Ort, Grabenkämpfe auszutragen. Ich glaube, es braucht immer wieder neue Anregungen, wenn auch davon sich nicht alles bewährt. Aber einiges davon wird zum Bewährten werden. Wer sich dagegen stur stellt, hat das Leitungsamt noch nicht verstanden.

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